Schalker Freunde Harz
 

Vereinshaus
 

Vereinshaus "Rudi Assauer" in Darlingerode

Über 17.000 Sportbegeisterte besuchten das Vereinshaus im Harz

Auf dieser Seite erfahrt ihr alle Besonderheiten aus unserem Vereinshaus. Wie alles angefangen hat, mit welchen Schwierigkeiten wir zu kämpfen hatten, wer die Grundlagen legte und mitgeholfen hat, die Hürden beim Restaurieren zu meistern!


Aller Anfang ist schwer...

Unser Vereinshaus Rudi Assauer in Darlingerode ist einmalig in Deutschland. Das im Juni 2002 eingeweihte Gebäude blickt auf eine vielfältige Nutzung zurück. Als Gasthaus öffnete es einst zum ersten Mal seine Pforten. Dann wurde es als Kino, Kegelbahn, Turnhalle, Gaststätte, Konsum und schließlich als Heimatstube genutzt. Es schien alles so einfach, Tür aufschließen und einziehen, dachten wir...

Der eigentliche Grund für die Suche nach den "eigenen vier Wänden" war die ewige Kutscherei durch den gesamten Harz. Dann die Schwierigkeit mit unseren Gaststätten: Kaum Platz oder viel zu teuer, ausgebucht oder "Null-Schalke-Sympathie" der Gastwirte. Wir hatten die Nase voll, immer zu betteln, irgendeine Lösung musste her!

Als dann auch noch unser Partner und Freund Steffen Stute seine Gaststätte den "Braunen Hirsch" in Darlingerode aufgab (die Nachbarn konnten den Lärm nicht ertragen) bissen wir fast ins Gras... Was nun? Den ganzen Harz durchstöberten wir nach einem geeigneten Gebäude und wie aus dem nichts, direkt vor der Haustür - die Lösung! Volker Heinrichs, ehemaliges Fan-Club Mitglied, hatte Kontakt zu einem älteren Pärchen geknüpft, die die Besitzer eines leerstehenden Gebäudes waren.

Wir mussten schnell handeln, es gab noch andere Bewerber. Die Mitglieder wurden schnellstens zusammen gerufen, der Bürgermeister wurde eingeladen und mit den Besitzern, Familie Flohr ein verbindlicher Termin vereinbart.

Ja da standen wir nun: Ein großer Saal, zwei kleinere Räume, alles in braun- weißen Farben gehalten. Die Gasheizung war defekt und musste sowieso überholt werden, keine Toiletten, kein Wasseranschluss. Der Fußboden des Saals wurde aber jahrelang gepflegt, echtes Parkett, deutsche Eiche, liebevoll von der Besitzerin gepflegt. Wir mussten uns entscheiden...

Volker schaute zu Thomas, der wiederum zum Bürgermeister. Peter Schulze guckte nur an die Decke, er grübelte und grübelte. Volker sagte: "Na Deckert, was meinste ? Wolln wa?" Schweißtropfen liefen übers Gesicht und sicherlich auch den Ar... runter. "Wir nehmen`s, werden schon was draus machen..." Keiner der Anwesenden konnte sich zu diesem Zeitpunkt vorstellen, was uns da erwartete...


Kapitulation? Nein!

Einen Tag später legten wir los. Was hatten wir für Pläne, zwei, drei Wochen und dann die erste Fete! Ha, in zwei, drei Wochen? Da war unser Etat schon aufgebraucht. Fan-Club Kasse leer, Reserven aufgebraucht und erst vier Balken "königsblau" gestrichen. Auweia, jetzt hilft auch kein Jammern mehr, da mussten wir jetzt durch. Alles von vorn: Vorstandsversammlung, Mitgliederversammlung, Partner wurden gesucht, Fachkräfte mussten organisiert werden. 65 Mitglieder waren wir zu diesem Zeitpunkt, jeder kannte "Irgendeinen" der für diese Arbeiten in Frage kam.

Vorstandsversammlung: Da krachte es mal richtig, wir waren mit uns selbst nicht im reinen, kamen aber schließlich auf eine Nenner! Mitgliederversammlung: Viele Ideen kamen auf den Tisch! Als Erstes mussten wir `ne Menge Kohle ranschaffen! Die Mitglieder zogen alle mit, das hieß: Sonderzahlung! Jeder trug seinen Teil dazu bei, ohne Probleme! Jetzt hieß es knallhart Kalkulieren, keine unnützigen Ausgaben.


Unser Zuhause war die Baustelle...

Als wir die elektrischen Anlagen überprüfen ließen, kam der nächste Schock, alles marode und veraltet! Das hat uns auch noch fehlt! Unser heutiges Ehrenmitglied Horst Krappitz legte los, wechselte, überprüfte, reparierte so gut es ging. Schweinearbeit aber wir kamen voran, die Leitungen standen wieder zur Verfügung! Einen Wasseranschluss bastelte uns Jürgen Wedde, der heute auch ein Ehrenmitglied ist. Viele Tage arbeitete auch er völlig ohne Ansprüche. Wir hatten Wasser!

Die eigentliche Drecksarbeit sollte aber noch beginnen. Toiletten sind Pflicht und somit auch ein Abwasseranschluss. Viele Tage schachteten wir unter dem kleinen Raum, allen voran Enrico Tollas! Er "grub sich durch" bis zur Straße, stundenlang.

Es ging soweit, dass wir das Gebäude tagelang nicht verließen, Familie Heinrichs versorgte die gesamte Truppe mit warmen Mahlzeiten. Eine alte Sitzgarnitur, die Matze Kohlbaum besorgte, diente uns als Schlafplatz. Langsam nahmen die Räume "Form an".


Neue "Klo"becken? Viel zu teuer!

Die Wände wurden Schalldicht verkleidet und tapeziert. Fensterrahmen und Türen bekamen einen königsblauen Anstrich. Auch die Arbeiten am Sanitärtrakt gingen voran und die Anschlüsse zur Hauptabwasserleitung wurden mühsam fertig gestellt. Ein Hauptschacht wurde auf der anliegenden Strasse installiert. Nun fehlten nur noch die nötigen Becken. Neue kaufen? Nein falsch gedacht. Wir hörten, dass das Schützenhaus im Ort restauriert werden sollte. Der Bürgermeister Dietmar Bahr gab uns den Tipp, wir sollten uns das nötigste raussuchen. Gesagt, getan, alles was verwertet werden konnte wurde umgelagert, gereinigt, eingebaut. Die Toiletten glänzten wie neu und das wichtigste war, man konnte sie auch benutzen... Die Räume wurden neu gefliest, die dazu gehörigen Materialien wurden Andy Lücke bereitgestellt. Einige Mitglieder mit goldenen Händen und fachlicher Kompetenz legten selbst Hand an und in wenigen Tagen waren auch diese Arbeiten abgeschlossen. Das marode Fenster wurden gegen ein anderes ausgetauscht, das holten wir von einem Dachboden. Die Spiegel sponserten wiederum unsere Mitglieder.


Keine Heizmöglichkeit und es wurde "schweinekalt"

Die Suche nach einer Theke lief im Gegensatz zu einer geeigneten Heizmöglichkeit glimpflich ab. Dabei unterstützte uns eine Brauerei und stellte uns eine gebrauchte aber sehr gut erhaltene Theke zur Verfügung, wir holten diese aus dem Oberharz (Benneckenstein) ab. In monatlichen Teilbeträgen konnten wir diese abzahlen. Ein richtiges Schmuckstück, 14 Personen finden daran Platz. Doppelkühlung, Gläserschrank, Doppelspülbecken und einen neuer "Zapfhahn" gehörten dazu. Angeschlossen und das erste Bier lief und lief und lief... Aber es wurde langsam kalt und immer noch keine Lösung.

Vier Räume, wie sollten diese beheizt werden? Durch eine ortsansässige Firma wurde uns ein Vorschlag gemacht: der Einbau einer Anlage! Wieder Teilbeträge zahlen, schaffen wir das? Hin und her gerechnet, OK! Wir nahmen den Vorschlag an, mussten uns allerdings noch um geeignete Heizkörper kümmern. Zwei bauten wir aus dem Darlingeröder Schützenhaus aus, eine holten wir aus Wernigerode, zwei aus Ilsenburg. Diese hatten die richtige Größe und Heizwerte. Die Montage sollten wir selbst erledigen. Da erschien Dieter Lindner aus Goslar (heute Ehrenmitglied) auf der Bildfläche. Der Vater eines Mitglieds baute, werkelte und zauberte innerhalb von vierzehn Tagen eine funktionierende Leitung und schloss diese am Kessel an. Die gesamte Anlage wurde von einer Firma abgenommen und es konnte geheizt werden, war auch dringend notwendig. Ohne Jacke konnte man sich nicht mehr in den Räumen aufhalten.


Tische und Stühle: ANNO 1954

Erstes frisch gezapftes Bier Alles war soweit fertig und finanziell im Rahmen geblieben. Das "Unternehmen Vereinshaus" konnte gestartet werden, oder noch nicht? Wo sollen die Schalker sitzen und ihre Pötte abstellen. Stühle und Tische sind bekanntlich teuer. Harry Litzbarski (unser Getränkelieferant) kannte in Hessen einen Wirt, der angeblich auf dem Dachboden Bestuhlung und auch Tische "eingemottet" hat. Ins Auto gesetzt und losgefahren, besichtigt und gekauft. 80 Stühle und 10 Tische, Baujahr 1954, Top erhalten, zu einem Spottpreis. Wieder krempelten wir alle Hosentaschen um und konnten diese einladen und mitnehmen. Gereinigt, Tischdecken drauf und wir saßen endlich in unserem Blau-Weißen Palast. Nichts mit "ein paar Tapeten dran kleben" und fertig, die Arbeiten zogen sich vom 01.06.2001 bis zum 27.10.2001 hin. Am letzten Renovierungstag waren alle Helfer und Helfershelfer vor Ort. Einigen wurde für ihren Fleiß die Ehrenmitgliedschaft verliehen und sind noch heute an vielen Veranstaltungen dabei. Bei einigen sitzt der Blau-Weiße Stachel so tief, dass sie sogar an Spielen teilnehmen und das ein oder andere Bierchen in unserem Vereinshaus zischen...


Einweihung: Rudi Assauer im Harz

Rudi Assauer weiht unser Vereinshaus ein Das Vereinshaus brauchte einen Namen, der auch schnell gefunden wurde. Auf einer Mitgliederversammlung wurde einstimmig für den Namen Rudi Assauer plädiert. Der Manager des FC Schalke 04, Rudi Assauer, weihte das Vereinshaus am 1. Juni 2002 persönlich ein. Mehr als 100 Mitglieder nahmen an der Veranstaltung teil. Zu Gast war auch das Schalker Urgestein Charly Neumann. Beide wurden herzlich empfangen. Ein unvergessener Tag für die NEW GENERATION. Wir alle haben Rudi Assauer sehr viel zu verdanken und werden das auch nicht vergessen. Sein Name steht für gerade Linie, Offenheit, Ehrlichkeit und Treue! Danke Rudi...!

 

Alles hat mal ein Ende

 

Nun, nach über 8 Jahren, schloss aus organisatorischen und finanziellen Gründen das Vereinshaus seine Pforten. Damit der Mythos weiterlebt, bleiben wir natürlich am Ball und sind auch schon "fündig" geworden. Natürlich denken wir nur an einen Ersatz, denn das traditionelle VH kann nicht getoppt werden...

 


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